Kriegsmaschinerie

Der industrialisierte Krieg

Militärtechnische Innovationen wurden im Ersten Weltkrieg systematisch zur Massentötung eingesetzt. Sowohl zu Land, zu Wasser als auch in der Luft machten neue technische Entwicklungen wie Flammenwerfer, Giftgas, Maschinengewehr, Minenwerfer, Stahlhelm, Fernsprecher, Flugzeuge, U-Boote und Tanks (Panzer) den Ersten Weltkrieg zum ersten „industriell“ geführten Krieg.

Ab 1915 wurde das bereits 1908 entwickelte und seitdem verbesserte Maschinengewehr 08/15 bei den Kämpfen eingesetzt. Im April 1915 griffen die deutschen Truppen erstmals, entgegen den Regeln des Völkerrechts, mit giftigem Chlorgas an. Ab September 1916 kämpften die englischen Truppen das erste Mal mit Tanks. Die Technik und ihre Zerstörungskraft wurden im Laufe des Krieges immer weiter optimiert, was die Zahl der Kriegsopfer in bis dato nicht gekannte Höhen schraubte. Erstmals in der Kriegsgeschichte spielten auch Flugzeuge eine Rolle. Mit Maschinengewehren bestückte Jagdflugzeuge ermöglichten die ersten Luftschlachten. Der im April 1918 gefallene „Rote Baron“ Manfred von Richthofen wurde nicht zuletzt durch die Presse heroisiert.

Der Vormarsch der Soldaten hatte sich vor allem an der Westfront festgefahren und zum Stellungskrieg in den Schützengräben entwickelt, in dem selbst Großoffensiven die feindlichen Verteidigungslinien nicht mehr durchbrechen konnten. Trommelfeuer hielten Gebiete unter massivem Artilleriebeschuss, sollten den Gegner am Vordringen hindern und „sturmreif“ schießen. Die wichtigsten Waffen des Stellungskriegs waren Artillerie, das Maschinengewehr und die Handgranate.

In vielfältiger Weise spiegelte sich in der Presse wider, welche neuen technischen und industriellen Mittel im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurden. In Panoramen präsentierten die Zeitungen beispielsweise die enorme Zerstörungskraft des neuen Kriegsgeräts an der West- und Ostfront in Texten und Bildern und vermeldeten erfolgreiche Einsätze der unterschiedlichen Kriegstechnik. In Ausstellungen wurden Kriegsbeute und die eingesetzte Technik zur Schau gestellt. Zugleich wurden von den Kriegsgegnern eingesetzte, zum Teil verbotene Waffen und Munition (Teilmantel- bzw. „Dum-Dum-Geschosse“) thematisiert, um die eigene moralische Überlegenheit unter Beweis zu stellen.

Da die Armeen ausgerüstet und versorgt werden mussten, wäre ein solcher Krieg ohne eine große Waffen- und Rüstungsindustrie, die Herstellung von anderen kriegsnotwendigen Produkten und die Mobilisierung aller zur Verfügung stehenden gesellschaftlichen und industriellen Ressourcen nicht durchführbar gewesen. Zahlreiche Zeitungsberichte riefen zur Kriegsunterstützung wie beispielsweise Metallsammlungen auf. Vor allem Eisen und Zinn war für die Herstellung von Waffen und Munition begehrt. Die Verfügbarkeit kriegsrelevanter Rohstoffe bei gleichzeitigem Embargo der Alliierten wurde immer mehr zum kriegsentscheidenden Kriterium. Selbst die Soldaten wurden als „Menschenmaterial“ betrachtet; ein Ausdruck, den die Zensur der Berichterstattung verbot. Der monatelange Kampf in Verdun 1916 wurde zum Inbegriff der Massen- und Materialschlacht, bei dem schätzungsweise 750.000 Soldaten starben. Der Tod auf dem Schlachtfeld wurde zum „Heldentod für das Vaterland“ auf dem „Feld der Ehre“ verklärt.